Biotope und Wirbellose in Mauritius
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| Das Black River-Naturreservat ist das wohl größte Gebiet der Insel mit noch zusammenhängender, halbwegs ursprünglicher Vegetation. Der größte Teil auf Mauritius wurde in den vergangenen Jahrhunderten der Landwirtschaft nutzbar gemacht. Zuckerrohrfelder (auch grün) prägen daher weitgehend deren Aussehen. Sehr ernüchternd übrigens. | |
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Auf dem Weg zum Reservat über privatem Gelände gab es einen ersten Stop an einer
Anstauung |
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WP 006 - ph 8,1 - LW 150µS - 21,1°C KH 2,5 - GH 3 | |
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Einzigster Fundort von Garnelen war eine kleine ruhige Einbuchtung am Rande des Hauptbaches (WP007).
Einige Kescherzüge im dichten Algengestrüpp
des ca. 20cm flachen Wassers förderten 1,5-2cm kleine, glasartige
Garnelen |
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WP007 - pH 7,6 - LW 125µS - 21,6°C KH 2° - GH 2° |
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Ursprünglich als reiner Vogelpark angelegt, hat sich der Casela-Park unweit von Flic an Flac inzwischen zu einem kleinen Zoo
entwickelt (relativ große Riesenschildkrötengruppe).
Einer meiner Fahrer hatte mir den Park auf der Suche nach Garnelen (Camaroons) empfohlen.
Offenbar lag aber ein Mißverständnis vor, den der Park warb mit selbstgefangenen M.rosenbergiis für den Verzehr im parkeigenen
Restaurant. Ebenso wie das Angeln von Tilapien, die fast überall angetroffen wurden, eine beliebte Freizeitbeschäftigung der
Mauretanier. Allerdings waren die terrassenförmig angelegten
Becken Erstaunt war ich etwas, an einem Teich innerhalb der Parkanlage wohlbekannte Schneckengelege zu entdecken. Die rosafarbenen Trauben konnten nur von Apfelschnecken der südamerikanischen Gattung Pomacea stammen, offenbar hatte sie es auf ihrem weltumspannenden Weg nun auch bis nach Mauritius geschafft. |
| WP 002 - Angelbecken für Macrobrachium rosenbergii | |
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| Apfelschneckengelege in Casela |
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Im Eingangsbereich konnte ich mehr als 1 Meter lange
imposante Fische |
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Die Krokodilfarm (WP010) auf dem Gelände einer ehemaligen Vanilleplantage entstand vor ca. 20 Jahren zum Zwecke der
Lederproduktion. Inzwischen hat sich die Farm an der Südküste in der Nähe des Rivière des Anguilles (Aalfluß)
zu einem kleinen Tierpark und Touristenmagnet entwickelt. Die Zufahrt ist etwas holprig und führt in ein (im Gegensatz zur übrigen
Umgebung) relativ dicht bewachsenes Gebiet (Sekundärwald?). Neben ausgewachsenen
Nilkrokodilen |
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| WP 010 Achatschnecken |
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Innerhalb der Farm fiel mir die Vielzahl von Achatschnecken (Achatina fulica?) mit Gehäuselängen bis zu 12cm auf.
Aber ihre Schönheit sollte nicht über den angerichteten Schaden hinwegtäuschen, den sie auf ihrem Weg um die
tropische Welt anrichtet. Interessant war übrigens zu beobachten, dass sich Achatschnecken
auf den Hotelgelände auf einem
Baum |
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Die Zufahrt zu den bekannten Rochester Falls (WP 013) im Süden der Insel führt über eine unwegsame
oder eine unbequeme Strecke. Mein Fahrer wählte letztere quer durch ein Zuckerrohrfeld. An einer kleinen Lichtung hielt er,
ohne dass von den Fällen etwas zu sehen war. Von hier führte ein schmaler Weg Der R. Savanne fließt von hier weiter zur ca 1,5 km entfernten Küste. An der abgebildeten Stelle war er stellenweise bis zu einem Meter tief und von reißender Strömung. Auch hier keinerlei Vegetation im Wasser. Dafür konnte ich mehrere ca 6-7cm große braune Bodenfische beobachten, die sich aber jedem Fangversuch sofort durch Flucht in kleine Geröllspalten entzogen. Ich vermute, es handelte sich bei den Tieren um den "Cabot" bzw. "Bichique" (Sicyopterus lagocephalus), einer kleinen heimischen Groppe. An gleicher Stelle fand ich auch erfreulicherweise meine schwarzen Neritina gagates |
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WP 013 - pH 7,9 - LW 103µS - 20,3°C KH 1,5° - GH 1,5° | |
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| Abfluß des R. Savanne |
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Oberhalb des Wasserfalls (links) bot sich ein ruhigeres Bild. Hier gab es aber wenigstens dichte
fadenartige Grünalgenpolster | ||
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Le Val ist eine kleine tierparkähnliche Anlage im mittleren Südosten der Insel. Einheimische fangen hier
gerne Tilapien und Garnelen aus den angelegten Teichen zum eigenen Verzehr im Restaurant
"La Rosenbergii"
Eigentlich wollte ich hier ja endlich die mir in Casela entgangenen Macrobrachium rosenbergii sehen. Durch ein verbales
Mißverständnis bekam ich gegen ordentliches Entgelt jedoch eine lange Angelrute nebst Brotbrocken und einen
Tilapienteich |
| Anfahrt im Hochland | |
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| WP 019 künstliche Teiche mit Kresse |
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Nach Aussage des diensthabenen Chefs befanden sich die M.rosenbergii´s in einem separaten
Teich
Neben den künstlich angelegten Teichen enthielt die Anlage einige sehr sehenswerte
Biotope |
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| natürlicher Zufluß | |
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| javamoospolster |
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Ein Wirbellosen-Biotop in
Port Louis |
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Hier fand ich die meisten
Zwerggarnelen Wer schon mal hier ist, sollte auch die gegenüberliegenden Markthallen |
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Auf der Suche nach der einzigen auf den Maskarenen endemischen Garnele, von den Einheimischen als
"The Bètangue" |
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| La Ferme - pH 7,1 - LW 296µS - 24,5°C | |
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WP 032 - pH 7,5 - LW 313µS - 23,5°C Bach zum See am Eingang der Fischfarm |
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Der See selber wird zumindest an seiner Ost- und Südseite von dichtem Bewuchs begrenzt. Was von der Ferne als fester Boden erschien,
erweist sich in der Nähe als knie- bis metertiefes verkrautetes Wasser. Garnelen konnte ich hier nicht nachweisen, wohl aber einen Kärpfling.
Vermutlich handelte es sich um Gambusia affinis, die in früherer Zeit auf Mauritius ausgesetzt wurden. An der Zufahrt zur Fischfarm kam ich nicht nur
an einer Rinderfarm vorbei, sondern traf auch Angler, die aus einem schnellfließenden Bach halbwüchsige
Karpfen | ||
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Am Abzweig | ||
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Einige Kilometer nördlich von Flic en Flac in Richtung Port Louis kommt man auf dem Weg zum La Ferme Bassin durch das Städtchen
Bambous. Hier war einst einer der Ursprünge von gefürchteten Malaria-Epedemien, die jedoch
inzwischen dank ausgesetzter Guppys, Platys, Schwertträger und Gambusen gebannt ist. Obwohl der Fluß auf den ersten
Blick sehr vielversprechend aussah, konnten hier keine Garnelen gefunden werden. Selbst im Bereich der (eingeführten)
Muschelblumen |
| Fluß in Bambous |
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Kurz vor Ortseingang aus Richtung Süden kommend vor einer 90°-Kurve befindet sich jedoch ein interessanter kleiner und
ruhig dahinfliessender Bach |
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WP 033 - pH 7,2 - LW 425µS - 25,2°C KH 6° - GH 8,5° - NO3 10-20 |
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Zumindest schien der viele zurückgelassene Unrat in und am Wasser für rege Besuchertätigkeit zu sprechen, was jedoch nicht
davon abhält hier Wäsche Das Ufer ist teilweise dicht mit Colocasia |
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WP 037 - pH 8,0 - LW 239µS - 26,2°C KH 4° - GH 4,5° - NO3 ~10 |
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In der Nähe von Port Louis befindet sich eine alte
Villa |
| Eureka Wasserfall |
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| WP 027 Tamarin Falls | WP 031 Chamarel Falls | WP 029 Alexandra Falls I | WP 029 Alexandra Falls II |
| Auf den Strecken dorthin wurden noch einige typische Standorte näher betrachtet. Stets waren die fehlenden Wasserpflanzen hervorzuheben. An einigen Stellen mußte auf nähere Untersuchung verzichtet werden, da steile bewachsene Ufer ein weiteres Fortkommen behinderten. |
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In diesen Biotopen Die Tiefen des Vulkankraters |
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Als reisender Aquarianer ist man natürlich auch auf der Suche nach Zoogeschäften. Vom Fahrer empfohlen
schien das kleine Geschäft in Rose Hill |
| Von der gerühmten grünen Insel ist bei näherer Betrachtung nicht viel übriggeblieben. Die Landschaft wird geprägt von Zuckerrohrfeldern. Da wo gerade geerntet wurde, gähnen braune Felder mit großen Lavasteinen, die oft zu großen Pyramiden aufgeschichtet wurden und so als Wasserspeicher dienen. Ein Teil wird zum Strassenbau benutzt. | |
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Halbwegs ursprüngliche Gebiete finden sich nur noch in den zwischenzeitlich
angelegten Naturreservaten. Die Fauna und Flora der Insel wurde in den vergangenen Jahrhunderten nachhaltig von Fremdimporten
beeinflußt. Drastisches und bekanntestes Beispiel ist wohl der schon lange ausgerottete Dodo.
Der wenigste Teil der anzutreffenden Tiere stammt von der Insel. Ausgesetzte Javahirsche zur Jagd, Nilbarsche als Essen für jederman,
lebendgebärende Zahnkarpfen zur Malariabekämpfung, Garnelen und nun gar australische Krebse als Nahrung. Vögel
(u.a auch Moorhühner) sind ebenso eingeführt worden wie Amphibien. "the Frog" (Rana mascareniensis) oder der lärmende
"the Toad" |
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In den letzten Jahren wurde die Dringlichkeit des Naturschutzes von einigen Stellen zum Glück erkannt. Beste Beispiele sind neben
dem Anlegen und Ausweiten von Reservaten auch das Zuchtprogramm zur fast ausgerotteten
Rosa Taube oder die Neuanpflanzung von vernichteten
Mangrovenbeständen | |
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Die in den 50`er Jahren von Leo Edgerley (Conservator of Forest in Mauritius!) als Nahrungsergänzung ("to provide a little bit of curry to
everybody") eingeführten Nilbarsche (Tilapia niloticus?) sind inzwischen allgegenwärtig und dürften die heimische Fauna nachhaltig
geschädigt haben. Daneben sollen noch Tilapia galilei, T. mozambica und T. melanopleura vorhanden sein. Welcher von diesen Arten
die rot-schwarz gefleckte Red Tilapia |
| Wie es mit den heimatlichen Gefilden aussieht wurde mir dann beim Landeanflug in Deutschland wieder vor Augen geführt. | |
| Fotogalerie |
Andreas Karge
Stand: 05.11.2001