Seychellen 2008
|
Garnelen auf den Seychellen? Aber sicher, sogar sehr interessante. Die Geschichte beginnt 1860, als Stimpson mitCaridina brevirostris eine Garnele aus Ryukyu (Japan) beschreibt. Kubo stellte diese Art 1941 zur Gattung Neocaridina, er bezog sich dabei auf Exemplare von Iriomote Island (Ryukyu), die leider ebenso wie Stimpsons Typusexemplare verlorengegangen sind.
Nun hatte aber Bouvier bereits 1904 Garnelen von den Seychellen als Caridina similis beschrieben. Wenig später erhielt er weitere Exemplare. Dabei stellte er eine enorme Variabilität der Rostrumausbildung fest. Infolge ordnete er seine C. similis als Unterart zu Stimpson´s C. brevirostris, weitere Formen waren C. b. gardineri und C. b. typica. Später gesellte sich noch die Unterart C. b. brevipes aus Madagaskar hinzu. Da aber nun keine gültige C. brevirostris existiert, kann es auf den von Japan weit entfernten Seychellen auch keine Unterarten geben. Jüngere Berichte und Sammlungen liegen nur aus 1974 vor, als der Östereicher Starmühlner die Tierwelt der Seychellen, Komoren und Mascarenen untersuchte. In Costa´s späterer Auswertung der Reise werden die Tiere noch mit den Unterarten von C. brevirostris bezeichnet, 2006 von Keith dann als C. similis.
Als geplante Fundorte halfen uns die recht genauen Angaben von Costa sowie die wegen des Alters weniger hilfreichen Angaben Bouvier´s. Außerdem sollten die gesuchten Tiere große Eier besitzen, was einer größeren Verbreitung außerhalb der Seychellen wohl deutlich entgegensteht. |
Silhouette der Nordwestküste: links der Trois Frères (699m), dahinter dunkel der Morne Seychelloise (905m). Rechts der Mont Le Niol (681m), ganz rechts im Hintergrund der Mont Jasmin (643m).
|
Sofort nach Ankunft auf dem Flughafen der Hauptinsel Mahé fallen die gewaltigen Felsmassive auf. Die bergige Landschaft beginnt besonders an der Nordost- und Nordwestseite fast unmittelbar an der Küste. | |
![]() |
![]() |
|
Der Trois Frères aus verschiedenen Perspektiven. Im Hintergrund die Moschee von Victoria.
| |
![]() |
![]() |
|
Eine erste Erkundung führte uns zu einem angestauten Bach im Küstenwald. In einem Regenwasserkanal entdeckten wir dann die ersten Garnelen. In diese Kanäle entwässern kleine Bäche, bevor das Wasser letztendlich ins Meer mündet. | |
![]() |
![]() |
| Hier am Zulauf eines kleinen Rinnsales tummelten sich endemische Pachypachax playfairii, aber auch Guppys und einige juvenile rote Platys. Dazwischen warteten geruhsam zwei Großarmgarnelen auf die nächste Mahlzeit. Vermutlich handelte es sich um juvenile Macrobrachium lar. | |
![]() |
![]() |
| Pachypachax playfairii kommt nur auf den Inseln Mahé, Praslin, Silhouette und La Digue vor, ist aber in der Aquaristik kein Unbekannter. | |
![]() |
![]() |
| Auch die hübsche Sesarmops impressum war in dem Kanal zu finden. Weiter oberhalb konnte ich später mehrere kapitale Exemplare von Macobrachium lar beobachten. Die größten Tiere waren schätzungsweise 25-30cm groß (z.B. links vom kleineren Tier). | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Wenige hundert Meter weiter am Sullivan River. Neben einer juvenien Macrobrachium waren hier unzählige Zwerggarnelen auf Steinen versammelt. Überwiegend Caridina typus, aber auch kleinere Caridina 'brevirostris typica'. | |
![]() |
![]() |
| tragende Caridina typus | Caridina 'brevirostris typica' (?) |
![]() |
![]() |
| nach dem Fang | von einem toten Tier flüchtende Planarie |
|
| |
![]() |
![]() |
| Der little Big Ben ist das Wahrzeichen der kleinsten Hauptstadt der Welt. Das Natural History Museum ist klein aber sehenswert. | |
![]() |
![]() |
|
Das alte kulturhistorische Museum ist inzwischen geschlossen und in das Gebäude der Nationalbibliothek umgezogen. In der kleinen Ausstellung befindet sich auch eine Vitrine mit dem Victoria um 1756, rechts mündet der Saint Louis noch in eine kleine Bucht. Heute ist natürlich auch er kanalisiert und wird von Tilapien bewohnt (Oreochromis mossambicus?). | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Der River Saint Louis ist ein Beispiel für die etwas komplizierte Suche nach früheren Fundorten. Trotz der kleinen Inseln kommen Flußnamen mehrfach vor. Das trifft z.B. auch für den River Cascade zu, den es an der NO- und an der SW-Seite von Mahé gibt. Der Saint Louis in Victoria entwässert zu NO-Küste, unsere gesuchte Lokation dagegen war der Grand Saint Louis an der NW-Seite. | |
![]() |
![]() |
| Im Regierungsgebäude befindet sich auch der Hauptsitz des Ministery of Environment, zuständig für Umwelt- und Naturschutz. Nicht nur Moschee und Kirchen besitzt Victoria, sondern auch einen kleinen Hindu-Tempel. Wer durch die Metropole schlendert, kommt irgendwann an den Markt. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Auf jeden Fall sollte man noch einen Abstecher zum alten Friedhof einplanern. Auf dem restauriertem Gelände sind wohl auch alte Piraten begraben. Ansonsten bietet Victoria mit Ausnahme des botanischen Gartens und einigen wenigen hübschen Häusern kaum weitere größere Sehenswürdigkeiten. | |
![]() |
![]() |
| Per Linienbus erreicht man sehr preiswert alle Dörfer und Ansiedlungen. Die Busse fahren tagsüber im Prinzip alle 30 Minuten. Bezahlt wird im Bus, der manchmal voll werden kann. Und noch ein Tip: unbedingt ausreichend Wasser vom Hotel mitnehmen. Wir haben in Victoria selbst im Supermarkt kein Mineralwasser bekommen. | |
|
| |
![]() |
![]() |
| Den kleinen botanischen Garten erreicht man nach einem kleinen Fußmarsch am südlichen Stadtrand. Er liegt natürlich an einer Anhöhe und direkt links vom River Trois Fréres. Leider war der Fluß wegen Verbauung und Zäunen kaum zugänglich. | |
![]() |
![]() |
| Außerdem stellten wir hier zum erstenmal fest, dass die Flüsse sehr oft unter Steinblöcken versteckt fliessen. Neben heimischen Riesenschildkröten und einer durchaus ansehnlichen Pflanzensammlung war natürlich auch die Coco de Mere zufinden. An der ursprünglich nur auf Praslin heimischen zweigeschlechtlichen Palme wachsen die größten Nüsse der Welt. | |
![]() |
![]() |
| Etwas ungewöhnlich waren die Eintrittspreise. 10 Dollar oder 10 Euro. Aber ich wollte die Kassiererin nicht in eine Diskussion über Wechselkurse verstricken. Nach der Bezahlung noch der Hinweis, dass das kleine Restaurant oben auf dem Gipfel geschlossen habe. Wir waren fast die einzigen Gäste und deutlich mehr (pausierendes) Gartenpersonal in der Anlage. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Zum Ausgleich zog ich einige Male den Kescher durch einen kleinen Bach, in dem erstaunlich viele Garnelen und einige Schnecken zu finden waren. Die Garnelen entsprechen am ehesten der Form Caridina 'brevirostris gardineri' | |
|
| |
![]() |
![]() |
| Der nördliche Teil der Insel bei Glacis mit Blick auf die NW-Küste der Beau Vallon Bay. Nicht so bekannt, aber sehr reizvoll. | |
![]() |
![]() |
| Unbedingt besuchen wollte ich den Rochon River und den Rochon Dam. Den Stausee haben wir in 240m Höhe gefunden, den Bach leider nicht. Er sollte in etwa 400m die Straße kreuzen. Aber trotz GPS war er nicht erkennbar. Hier beginnt auch der Nationalpark Morne Seychellois. | |
![]() |
![]() |
| Weiter ging die Reise entlang der Forest Noire Road durch den Park nach Venns Town. Früher waren hier bis etwa 2000 Sklaven, später wurde es eine Mission. Heute sind nur noch Ruinen übrig und die herrliche Sicht auf die SW-Küste. | |
![]() |
![]() |
![]() |
| Am nächsten Waypoint waren wir erstmal enttäuscht. Da wo der Grand Anse vermutet wurde, plätscherte etwas Wasser aus einem Bambusrohr in ein Blechfaß. Doch 100m weiter fanden wir dann den gesuchten Fluß. Allerdings gehört dieser Bachlauf nach neueren Karten eher zum Grand Bois, der sich später mit dem Grand Anse vereinigt. Für unseren Fahrer war es der River Sanc Souci nach einem Berg (500m) in der Gegend, den wir aber schon lange hinter uns gelassen hatten. Wirklich nicht einfach mit den Flußnamen. | ||
![]() |
![]() |
| Während Fahrer und Mitfahrerinnen im Schatten rasteten, erforschte ich den kleinen Fluß, der zum großen Teil unter Steinen dahinfloss. Die hier gefundenen Garnelen gehören eher zur Form Caridina 'brevirostris typica'. Zu meiner großen Freude konnte ich hier auch die kleine endemische Krabbe Seychellum alluaudi finden. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| An der Westküste verliessen wir den Nationalpark und machten einen Abstecher zum Anse Souillac, einem einsamen Badestrand. Hier hinter Port Launey hört den auch bald die westwärts führende Straße auf. In Höhe von Port Glaud ab es noch einen schönen Ausblick aus die Bucht mit den Inseln Therese und Conception. | |
![]() |
![]() |
| Die brackige und verzweigte Mündung des River Cascade. Sein Quellgebiet liegt nördlich irgendwo zwischen Mte. Jasmin und Mont Le Niol in etwa 600m Höhe. | |
![]() |
![]() |
| Der Cascade wird von Bouvier und Costa als Fundort von Caridina 'brevirostris' agegeben. Da es zwei River Cascade gibt, entschieden wir uns für den Fluß an der Westseite. Unser Ziel sollte ein Wasserfall sein, der nach Karte aber zu einem Nebenfluß, dem L`lslette, gehört. Auf Weg dorthin (eingzäunte) Schildkröten. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| An diesem idylischem Flecken saßen die gesuchten Garnelen wieder in ziemlich großer Anzahl auf Steinen. Hier kam die Form 'typica' und 'gardineri'. Erstere waren verhältnismäßig klein oder noch juvenil, eventuell ist die Rostrumbezahnung altersabhängig. Viele größere Tiere zeigten ein völlig unregelmäßig bezahntes Rostrum. | |
![]() |
![]() |
|
| |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Als nächste Ziele waren der River Royal oder der River Du Cap an der Ostküste geplant. Die Fahrt ging vorbei an bizarren Felsen und einsamen Stränden wie der Grand Anse Bay oder der Takamaka Bay. Der Takamaka ist übrigens ein Baum. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Den Royal haben wir verpaßt, von der Straße war an der Stelle jedenfalls nichts zusehen. Lag vielleicht auch an der Bebauung. Gleiches wäre uns fast mit dem Du Cap passiert. Garnelen waren in dem brackigen Wasser an der Mündung nicht zu finden. Zum Trost gab es Schlammspringer und eine riesige Krabbe, die mir einen gehörigen Schrecken eingejagt hatte. | |
![]() |
![]() |
| In unmittelbarer Nähe war ein kleines Künstlerdorf, dahinter eine kleine alte Fabrik wohl für Kobra. Zumindest keimten alte Kokosnüsse auf einem Haufen. Dem Du Cap hier weiter in stromauf bis zum geplanten Waypoint zu folgen fehlte diesmal die Lust. Es war schon später Nachmittag und so fuhren wir nordwärts am Flughafen und dem Dorf Cascade (mit dem zweiten Fluß) vorbei wieder zurück. Waren insgesamt immerhin 135km. | |
|
| |
![]() |
![]() |
| Mit dem Bus ging es bis Danzilles, hier endet die Straße. Unser Ziel war die Anse Major Bay, wo der gleichnamige Fluß mündet und wir unterwegs den Jasmin River treffen sollten. Die wenigen Rinnsale, die wir gelegentlich überquerten, waren auch hier durch Steinblöcke kaum zugänglich oder gänzlich trocken. | |
![]() |
![]() |
| Bevor es gänzlich unwegsam wurde, begegnete uns noch ein alter Käfer und ein Seychellen Skink Trachylepis sechellensis. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Bald hatten wir das waldige Gelände verlassen und der Weg zog sich durch die Berge fort. Hier in knapp 100m Höhe schien ein unsichtbarer Fluß Felsblöcke einfach an den Rand geschoben zu haben. | |
![]() |
![]() |
| Den Preis für den schönsten Bach erhielt der Jasmin River, möglicherweise aber auch nur ein Nebenlauf davon. Am geplanten Waypoint war kein Flußlauf zu entdecken. Nach dem Fußmarsch in der Sonne konnten wir uns hier erstmal ordentlich abkühlen. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Der Bach hatte im Felsen eine kleine Anstauung, auch hier saßen die Garnelen direkt auf dem Stein und liessen sich so sehr einfach abstreifen. Das Wasser floß dann als flaches Rinnsal weiter und ergoß hinter einem Felsen in die Tiefe. | |
![]() |
![]() |
| Alle hier vorgefundenen Tiere ensprachen der Form 'gardineri', allerdings mit einer ausgeprägten unregelmäßigen Rostrumbezahnung. Ähnlich der Tiere von Cascade. Beide Flüsse haben ihr Quellgebiet am Mte. Jasmin, entwässern aber in entgegengesetzte Richtungen. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Die Anse Major Bay war nur wenig besucht. Kein Wunder, da man sie nur zu Fuß oder per Boot erreicht. | |
![]() |
![]() |
| Napfschnecken im Brandungsbereich. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Der Grand Anse Major staute sich kurz vor seiner Mündung etwas auf. Obwohl die Tilapien vorzugsweise über Totholz und Laub standen (Futter?), fanden sich im brackigen Wasser leider keine Garnelen. Dem Fluß weiter stromauf zu folgen war leider nicht möglich, da er sich bald zwischen Steinen und Dickicht verbarg. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Zurück ging es dann den gleichen Weg. Mit dabei waren Spinnen und der streifenlose Taggecko Phelsuma astriata, die endemische Art ist an den gelben Augenringen gut von der ebenfalls endemischen Phelsuma sundbergi zu unterscheiden. | |
![]() |
![]() |
| Glücklicherweise gibt es auf halber Strecke eine schattige Höhle, in der sich überhitzte Wanderer kurz ausruhen können. Insgesamt sind wir knapp 10km gewandert und waren am Ende des Tages ziemlich geschafft. Aber das war es uns wert. | |
|
| |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Seychellen ohne Praslin und La Digue? Da fehlt etwas. Also schlossen wir uns einer Ausflugsgruppe an. Nur an diesem Tag hat es geregnet, dafür aber in Strömen. Zumindest vormittags. Die Überfahrt mit der Fähre dauerte etwa eine Stunde, die alten Schoner befördern nur noch selten Passagiere. Von Praslin fuhren wir gleich weiter nach La Digue, wo es dann mit Ochsenkarren gleich weiter zu einer alten Kopra-Farm ging. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
Neben den alten Werksgebäuden und dem Herrensitz (heute für den Präsidenten) auch hier Schildkröten und Takamaka-Bäume.
Von hier ging es zum berühmten Strand, leider deutlich überlaufener als die anderen Strände. Aber dafür gab es unterwegs ein paar hübsche Krabben. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Zurück auf Praslin stand der kleine Nationalpark Valle de Mai mit der berümten Coco de Mer auf dem Plan. Selbstverständlich gab es hier auch bekannte Garnelen-Lokationen. Ein Fang im Nationalpark verbot sich aber. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Der Abstecher in den Nationalpark war leider viel zu kurz. Der kleine Bach lockte zwar, ich konnte mich aber zurückhalten. Das Wasser aus dem Park wird übrigens auch als Mineralwasser abgefüllt. Jegliches hantieren am Wasser steht unter hoher Strafe. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Nachmittags dann noch ein kurzes Bad an der Anse Lazio. Der gleichnamige Fluß staut sich auch hier kurz vor der Mündung, schien aber wenig erfolgversprechend zu sein. Etwas abgekämpft fuhren wir Abends wieder zurück nach Mahé, das letzte Stückchen durch stärkeren Wellengang. | |
|
| |
![]() |
![]() |
| Le Niol sollte unser letzter Anlaufpunkt sein. Starmühlner/Costa gaben hier zwei Fundorte an, die ich unbedingt besuchen wollte. Obwohl der Mont Le Niol stets in greifbarer Nähe und die Lokation auch nicht weit entfernt war, konnten wir die gesuchte Stelle erst mit Auto über Victoria erreichen. Direkt an einer Brücke des Le Niol endet die richtige Straße in 200m Höhe, trotzdem war der Abstieg zum Fluß etwas beschwerlich. | |
![]() |
![]() |
| Erwartungsgemäß saßen die Granelen wieder auf den Steinen. Einige deutlich größere Exemplare erwiesen sich später als Caridina typus, die kleineren überwiegend als Caridina 'brevirostris typica'. Wenn auch mit deutlich längerem Rostrum als von der Form typica allgemein bekannt. Und als Beifang noch einige neugierige Guppys. | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
| |
![]() |
![]() |
|
Leider war die Tour viel zu schnell vorbei, aber wir kommen sicher irgendwann wieder. Schließlich warten noch einige
unbesuchte Lokationen auf uns. Bedanken möchten wir uns bei Hubert und Godfry für ihre Unterstützung sowie beim Ministery of Environment, dass uns trotz Anfragen per Fax und Mail in keinster Weise behinderte. | |
|
| |
|
| |
|
Bouvier gab 1913 als Fundorte von Caridina 'brevirostris' in Mahé Cascade, 1000 pieds, Cascade River
und Château-Margot, 1600 pieds an. In Höhen also von 300m bzw. 487m. Die Tiere selbst stammten aus der Percy Sladen Trust Expedition 1905 unter Leitung von Stanley Gardiner.
Sollte es sich bei dem Cascade um den zur Westküste fliessenden Fluß gehandelt haben, so dürfte sich der Fundort in der
Gegend des Mare aux Cochons südlich des Mont Le Niol befunden haben. Hier wollten noch hinwandern, haben es aber
zeitlich nicht mehr geschafft. Die von uns besuchte Stelle des Cascade lag in nur 50m Höhe. Schwieriger gestaltete sich die Suche nach Château-Margot. Als einzigen Hinweis hatten wir das Bild einer alten Postkarte von 1903 mit der Unterschrift 'Château Margot Beau-voir, Mahe' mit einer markanten Küstenlinie. | |
![]() |
![]() |
|
Die Bezeichnung 'Château Margot' war keinem der befragten Einheimischen bekannt.
Fehlanzeige im Natural History Museum, im Informationszentrum Victoria verwies man uns immerhin auf die
Nationalbibliothek.
Nach Sichtung der Postkarte und einigen Telefonaten meinte unser Fahrer, dass es die Gegend um Bel Air südwestlich von
Victoria sein könnte. Dann wäre der Blick auf die Anse Etoile an der Nordostküste, eher unwahrscheinlich. Als 'Beau voir' gilt außerdem die Gegend um La Misere in der Inselmitte in Höhe mit Grand Anse. Die Küstenlinie entspricht etwa der von der alten Mission in Venns Town (rechtes Bild) und zeigte wenig Ähnlichkeit. | |
![]() |
![]() |
|
Eher per Zufall erkannte ich dann von der Fähre aus einen deutlichen Felsenabriss an der Nordseite des Trois Frères.
Der auf der Postkarte links erkennbare Rundhügel könnte der auf dem linken Foto abgebildete St. Louis Minor (232m) sein. Der Fotograf hätte demnach die Nordwestküste mit der Beau Vallon Bay abgelichtet (hier steht unser Hotel). Château Margot wäre dann auf einem etwas nördlichen Berg zu suchen, wahrscheinlich dem Creve Coeur (388m) oder dem Mont Signal (417m). Doch das blieb erstmal Spekulation. Erst zu Hause konnte das Rätsel um Château Margot wirklich gelöst werden. Eine Arbeit über alte Postkarten der Seychellen erwähnt hier: - at La Misere, built by Mons. Cheyron French Consular agent, named after his wife, became property of Catholic Mission. Demolished. Südlich von La Misere gibt es einen bekannten Aussichtspunkt auf die Südwestküste, vermutlich ist hier die Postkarte entstanden. Dann wäre der River Seche die gesuchte Lokation, der auch von Costa erwähnt wird, aber kaum die Höhe von 320m übersteigt. | |
|
| |
|
| |
| Fundort | Temperatur | pH | Leitwert | Exemplare |
| Bach botanischer Garten | 26,7°C | 6,6 | 59µS | 19 |
| River Grand Bois, Nationalpark | 25,2°C | 6,8 | 23µS | 10 |
| Cascade / L`lslette | 27,0°C | 7,3 | 24µS | 25 |
| River Sullivan, Beau Vallon | 27,3°C | 7,6 | 105µS | 149 |
| Kanal, Beau Vallon | 26,4°C | 7,6 | 163µS | keine |
| River Le Niol | 26,7°C | 6,6 | 47µS | 15 |
| River Jasmin | 27,9°C | 6,3 | 26µS | 22 |
| River Major, Mündungsbereich | 29,0°C | 7,5 | >3999µS | keine |
|
| |
|
| |
| Botanischer Garten | |
![]() |
![]() |
![]() |
|
|
River Grand Bois - Nationalpark Morne Seychellois | |
![]() |
![]() |
|
Cascade / L`lslette | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
River Jasmin | |
![]() |
![]() |
|
River Le Niol | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
|
River Sullivan | |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
AK im Mai/Juni 2008