Sri Lanka 2007

    Wohin im Urlaub, wenn man sich nicht einigen kann? Klar doch, lange nicht mehr in Sri Lanka gewesen. Und vielleicht finden wir ja diesmal die verschollene Caridina zeylanica.

    Hotel Elefant Waran
    Fluß Fluß

    Den ersten Ausflug (und einige weitere) unternahmen wir mit Abba, unserer guten Seele vom Strand. Etwa drei Kilometer stromauf fanden wir im Bentota erste Garnelen in dichten Seerosen- und Aponogetonpolstern. Es schienen die schon lang gesuchten C. zeylanica zu sein. Allerdings erwiesen sie sich bei näherer Untersuchung dann doch als Caridina gracilirostris. Trotzdem ein schöner Erfolg, da diese Art bislang erst einmal und vor vielen Jahren für Sri Lanka erwähnt wird.

    Caridina gracilirostris Caridina gracilirostris
    Caridina gracilirostris Caridina gracilirostris

    Weiter ging die Bootsfahrt durch kleine Flußarme zum little Adams Peak. Der Anstieg zum Tempel auf der "kleinen" Anhöhe war trotzdem recht anstrengend.

    Flußarm Boot
    Landschaft Buddafuß

    Während wir uns von Aufstieg erholten und den Ausblick genossen, war Abba fleißig und fing einige Großarmgarnelen, die unter Steinen saßen. Leider waren einige davon bei unserer Ankunft am Boot schon etwas halbtod. Vermutlich handelt es sich hier um Macrobrachium idae, weibliche und juvenile weichen in der Färbung stark von größeren männlichen Tieren ab.

    Tempel Macrobrachium idae
    Macrobrachium idae Macrobrachium idae

    Zurück ging es dann wieder durch Mangroven zum Bentota, Warane sind hier allgegenwärtig.

    Bentota Mangroven
    Mangroven Waran

    Auch diesmal stand wieder Udawalawe auf dem Plan, er lag ohnehin auf de Weg zum Task Camp. Die abgestorbenen Baumstämme sind die Reste eines Waldes, der dem Staudamm zum Opfer fiel. Da der Wasserstand gerade sehr niedrig war, fuhren wir einfach durch die etwas bizarr wirkende Landschaft. Im Hintergrund das Hochland mit Horton PLains.

    Udawalawe Udawalawe
    Udawalawe Toyota
    Udawalawe Frosch

    Das Task Camp bot diesmal einen trostlosen Anblick. Auch diesmal waren wir die einzigsten Gäste, leider war unsere Ankunft nicht angekündigt worden. Für Essen und Unterkunft wurde schnell gesorgt, aber selbst im Dorf war kein Bier aufzutreiben. Wein war aber da und Arrack hatten wir selbst mitgebracht. Sehr viele Zelte waren verfallen, die Anlage wirkte insgesamt ungepflegt. Eine Folge des Tsunami, ausländische Touristen und ihr Geld blieben aus, einheimische Gäste nahmen keine Rücksicht. So jedenfalls der Campbetreiber. Wirklich schade für die schöne Anlage, die ich noch in guter Erinnerung aus früheren Besuchen hatte.

    Task Camp Task Camp
    Task Camp Task Camp Dusche

    Das wir nicht immer die einzigsten Gäste im Zelt waren bemerkten wir nach einem kurzen ersten Abstecher zum Fluß. Inzwischen hatte wohl ein Waran die Reste unserer Lunchpakete untersucht. Und auch sonst gab es natürlich noch einige Mitbewohner.

    Task Camp Zelt Task Camp Spinne

    Unten am Fluß fingen wir nach einem Bad einige junge Krabben. Trotz intensiver Suche waren diesmal kaum Garnelen zu finden. Einige Caridina simoni waren die magere Ausbeute. Möglicherweise lag es an der Jahreszeit.

    Kuda Oya Kuda Oya
    Waran Krabbe Baby

    Nach den etwas entäuschenden Funden wurden wir abends mit einem mehrgängigem Menü im Schein der Petroleumlampen überrascht. Unser Essen auf der Holzterrasse über dem Fluß, umgeben von Glühwürmern und den Stimmen des Waldes entschädigte für den trostlosen Anblick der Anlage bei Tageslicht. Entspannt liessen wir den Abend mit Arrack und Cola vorm Zelt ausklingen.

    Caridina simoni Caridina simoni
    Kuda Oya Task Camp

    Die nächste Tour ging in den Norden. Über Pinawella mit den Elefantenweisenhaus und den Höhlentemeln von Dambulla fuhren wir zur alten Königsstadt Polonnaruwa und weiter zum Löwenfelsen Sigiriya. Achso, man sollte es vermeiden, Menschen vor Buddha zu fotografieren.

    Pinnawela Pinnawela
    Dambulla Dambulla

    Man sollte es eigentlich vermeiden, Menschen vor Buddha zu fotografieren. Zumindest hier an dieser Stelle.

    Polonnaruwa Polonnaruwa
    Sigiriya Sigiriya

    Auf der Rückfahrt in Richtung Kandy versuchten wir, einem Elefanten den Garnelenfang beizubringen. Also ansaugen und ausblasen. Hat aber nicht wirklich geklappt.

    Elefant Elefant

    Der Kandy Lake lockte natürlich wieder, aber hier ist keschern strikt verboten.

    Kandy Lake Elefant Auto

    Ein Abstecher zum botanischen Garten in Kandy mit Coco de Mere ist ja nun fast schon Tradition, danach fuhren wir wieder weiter in Richtung Nuwara Elya.

    Coco de Mere Helikonia Wasserfall

    Nuwara Elya und Tee gehören irgendwie zusammen. Also mal wieder in eine Teefabrik, in Glenloch war ich nun wohl schon das zweite mal. Naja. Irgendwie waren wir an diesem verregneten Tag ziemlich kaputt und liessen Lancaris singhalensis und L. kumariae sausen. Was ich bereits am nächsten Tag schwer bedauerte. Aber wenigstens auf dem Markt gab es ausreichend Garnelen.

    Teefabrik Teefabrik
    Nuwara Elya Markt Nuwara Elya Markt
    Garnelen Garnelen

    Durch das Hochland, vorbei an Hatton und Rozella ging es wieder zurück zum Hotel an die Küste.

    Wasserfall Wasserfall Wasserfall

    Auf unserer letzten Tour führte uns Abba zu einem wunderschönen Wasserfall mitten im Wald.

    Bach Bach
    Bach Bach

    Leider gelang es uns nicht, eine ca. 15-20 cm große Macrobrachium zu fangen. Das Tier war einfach zu flink für uns. Trotzdem gingen uns einige kleinere Macrobrachium in den Kescher, die zwei Arten warten noch auf die genaue Zuordung, bei dem gestreiften Tier handelt es sich vermutlich um Macrobrachium srilankense.

    Garnele Garnele
    Garnele Garnele

    Im Laub und im Uferbereich sowie in einem parallel verlaufenden Bach fingen wir einige Zwerggarnelen, von denen ich erst annahm, dass sie verschiedenen Arten angehörten. Später entpuppten sich jedoch alle Tiere als Caridina simoni.

    Bach Garnele
    Garnele Garnele

    Direkt neben dem Wasserfall befand sich ein kleines Rinnsal, zu meiner Überraschung mit vielen "Bella"-Schnecken, die ich an früheren Fundorten später nicht mehr vorgefunden hatte. Inzwischen konnte die schöne Art bestimmt werden, es handelt sich um Paludomus sulcatus.

    Bach Paludomus sulcatus

    An Schnecken haben wir im Bentota noch einige Napfscnecken sowie im Mündungsbereich diverse Neritina vorgefunden. Für den kleinen Snack zwischendurch werden an kleinen Ständen diverse Knabbereien angeboten, auch Garnelen im Teigmantel.

    Napfschnecke Neritina
    Neritina Garnelensnack

    Noch ein Hinweis ist vielleicht angebracht: etwas Vorsicht beim Keschern! Wer an manchen Stellen nicht aufpaßt, kann abends etwas ungesund aussehen. Bereits 2004 hatte ich mir einen heftigen Ausschlag hüftaufwärts (Wasserstand) zugezogen.

    Keschern Mückenstiche

    Unser besonderer Dank gilt diesmal Abba, der uns bei den Touren stets unterstützte und auch für schöne Stunden am abendlichen Strand sorgte.

    Abba Abba

    Also dann, bis zum nächsten mal.

    Strand

    AK im März 2008