Grundausstattung

    Wer sich intensiver mit der Bestimmung von Garnelen beschäftigen möchte, steht vor der Frage nach der notwendigen Ausstattung.
    Notwendig ist auf jeden Fall ein gutes (!) Mikroskop. Die oft preiswert angebotenen "Schülermikroskope" sind hier ungeeignet.
    Die bei solchen Angeboten oft beworbene bis zu 1200fache Vergrößerung ist ohnehin für die Betrachtung von Garnelen überflüssig.
    Eine Vergrößerung von 10x bis 80x ist dagegen optimal. In der Regel wird eine Vergrößerung von 30x bis 40x benötigt.

    Das Mikroskop sollte möglichst schwer bzw. stabil gebaut sein, um Verwacklungen zu vermeiden und ggf. einen Kreuztisch zur Einstellung des Objektes besitzen.
    Ich persönlich habe lange Zeit ein (baugleiches) Krüss MML 1500 (links) benutzt,
    mit dem ich insgesamt sehr zufrieden war. Leider fehlte dem Gerät ein Fototubus,
    sodass ich mir einen Kamera-Adapter in Eigenbau erstellen mußte (siehe unten).
    Der Kreuztisch ist zwar bei Benutzung von Objektträgern sehr hilfreich, jedoch bei der Positionierung von Petrischalen oder ähnlichem eher störend. Gerade bei der Untersuchung von Garnelen wird man eher selten Objektträger benutzen, auch ist eine Auflichtlichtquelle unerläßlich. Auf- und Durchlicht sollten sich getrennt regeln lassen.
    Nach eigenen Erfahrungen sind binokulare Mikroskope deutlich vorzuziehen. Vor allem kleinste Körperanhänge lassen sich damit in Verbindung einer regelbaren Auflichtquelle deutlich besser erkennen.
    Insgesamt sind daher Modelle von etwas anderer Bauart vorzuziehen. Momentan
    verwende ich ein relativ preiswertes trinokulares Mikroskop chinesischer Herkunft (rechts) vom Typ XTJ-5400F. Diese Geräte sind bereits für 300-500 Euro erhältlich.

    Das rechte Okular kann der Augenstärke angepaßt werden. Der Fototubus wird per Hebel zugeschaltet, dabei allerdings das linke Okular abgeschaltet.
    Beide Lichtquellen sind getrennt regelbar, die transparente Objektplatte für Durchlichtaufnahmen kann gegen eine schwartz/weiße Platte getauscht werden.
    Das Gerät (Modell 5413F) ist mit Objektiven 1x und 3x sowie 30,5 mm-Okularen SWF 10x und WF 20x ausgestattet. Ein Meßokular fehlt in dieser
    Preisklasse, hier verwende ich bei Bedarf ein vorhandenes 23,2mm-Meßokular 6x im Fototubus. Insgesamt bin ich mit dem Gerät recht zufrieden und halte es für den Hausgebrauch als völlig ausreichend.

    Zur Untersuchung müssen die Objekte entsprechend fixiert werden. Die bereits erwähnten Objektträgerplatten sind hier eher ungeeignet. Besser sind kleinere Petrischalen oder Blockschälchen (Färbenäpfe), da hier die Untersuchungsobjekte im Konservierungsalkohol verbleiben und tlw. besser fixiert werden können.
    Um einzelne Körperteile zu separieren oder positionieren sind neben Nadeln feine Pinzetten erforderlich. Gute Dienste leisten hier spezielle Uhrmacherpinzetten, die auch zur Präparation und für die Mikroskopie geeignet sind. Der Kostenpunkt liegt dabei für einen Satz wie abgebildet
    bei etwa 15 Euro.

    Mikroskop-Fotografie

      Um die Kamera mit dem Mikroskop zu verbinden wird ein entsprechender Adapter benötigt. Dies gilt in aller Regel auch für
      trinokulare Mikroskope. In der Vergangenheit fanden in erster Linie analoge SLR´s Verwendung, die Adapter waren entsprechend aufgebaut und teuer. Heute werden dagegen fast ausschließlich digitale Geräte verwendet.
      Auch ich benutze eine digitale SLR vom Typ Canon 20D. Für die Fotografie am Mikroskop verwende ich das Standardobjektiv 18-55mm, dass auf manuelle Fokussierung eingestellt wird. Als Blende wähle ich 4,5-5,0 bei Verschlußzeiten 40-60 ms.
      Gerade für SLR´s werden einige typspezifische Adapter angeboten. Ich wählte hier den Weg des Eigenbaus.
      Zur Verwendung kamen ein T-Adapter mit 58 mm Aussengewinde (für Canon-Objektive), ein gekürzter T-Mount Mikroskop-Adapter sowie ein Aluminiumrohr mit dem Innendurchmesser der Aussenkanten des Okulares.
      Der T-Adapter wurde mit dem gekürzten T-Mount verschraubt, dass Aluminiumrohr dann in den T-Mount mit speziellem 2-Komponentenkleber fixiert. Dieser Kleber wird nach kurzer Verarbeitungszeit hart wie Stein. Das Alurohr endet schlüssig auf Höhe der Aussenkante des T-Adapters für das Objektiv, ohne das Glas des Objektives jedoch zu berühren! Die Länge des Alurohres wird durch die Länge des Okularaufnahmerohres bestimmt, ist also individuell anzupassen.
      Mein Adapter sieht sicher nicht schön aus, erfüllt aber vollkommen seinen Zweck.

    aktualisiert im November 2007